Vor einigen Tagen wurde ich gefragt, wie man sein Konto sperren lässt. Da ich es auf Anhieb auch nicht genau erklären konnte, habe ich etwas recherchiert und möchte auch den anderen Lesern die Antwort nicht vorenthalten.
Wann soll ich das Konto sperren?
Gründe für eine Kontosperrung kann nicht nur der Diebstahl sicherheitsrelevanter Daten sein, sondern auch der Verlust oder die Vermutung des Diebstahls. Dies kann vorliegen, wenn man sich beim Geldabheben beobachtet fühlt, von einer Kamera gefilmt wird, die anscheinend nicht zur Bank gehört, ein vermutlicherweise manipulierten Geldautomat nutzt. Auch müssen die sicherheitsrelevanten Daten nicht entwendet werden, in manchen Fällen reicht ein Kopieren / Abschreiben oder Fotografieren der PIN-Nummer oder TAN-Liste.
EC-Karte:
- physischer Verlust
- Diebstahl
- Nutzung in manipuliertem Gerät
- Weitergabe, ohne dass man den Abbuchungsprozeß einsehen konnte
Karten-PIN:
- Weitergabe der PIN (hierzu zählt auch das Über-die-Schulter-schauen)
- Verlust / Diebstahl einer PIN-Erinnerung (auch wenn das Handy gestohlen wurde, auf dem die PIN-Nummer gespeichert war)
Onlinebanking-Zugangsdaten:
- Weitergabe der PIN
- Verlust / Diebstahl einer PIN-Erinnerung (auch wenn das Handy gestohlen wurde, auf dem die PIN-Nummer gespeichert war)
- Eingabe / Speicherung der Zugangsdaten auf einem PC, der virenverseucht ist
TAN-Liste:
- Diebstahl der TANs
- Kopieren / Abschreiben der Nummern
- öffentliches Herumliegenlassen der TAN-Liste
Wie kann ich mein Konto sperren?
Wenn man bei einer Direktbank sein Tagesgeld- oder Festgeldkonto hat, gibt es keine Filiale, in der man persönlich sein Konto sperren kann. Auch sind diese Filialbesuche durch Öffnungszeiten beschränkt. Daher gibt es eine Sperrnummer, die zu jeder Tages- und Nachtzeit angerufen werden kann:
01805-021021
Die Kosten betragen 0,14 € / Minute aus dem deutschen Festnetz. Anrufe vom Handy oder aus dem Ausland können natürlich teurer werden. Aus dem Ausland muss folgende Nummer gewählt werden: 0049-1805-021021.
Im Falle eines Diebstahls oder Erpressung der Daten muss natürlich sofort die Polizei verständigt werden und eine Anzeige aufgegeben werden, den Vorgang und die beteiligten Namen und Kontaktmöglichkeiten bitte notieren. Dies ist notwendig, um ggf. Regressansprüche an die Bank geltend zu machen.
Man erhält übrigens eine Mitschuld und damit möglicherweise von der Bank sein Geld nicht zurück, wenn man grob fahrlässig gehandelt hat. Dieses ist der Fall, wenn man
- den Verlust / Diebstahl nicht sofort der Bank gemeldet hat,
- die Daten / Portemonaie unbeaufsichtigt liegen lassen hat (im Auto),
- Karte und PIN an einem Ort aufbewahrt hat.








Hier ein paar Tipps zu den Kosten, die entstehen können
Kartensperrung: Diese variieren je Kreditinstitut. Bei manchen Banken kostet das Sperren nichts, bei anderen Banken ist dies kostenpflichtig, wenn dies Aufgrund Selbstverschuldens der Fall ist. Normalerweise ist eine unkomplizierte Kartensperrung aber im Sinne der Bank, da auch Sie bei Folgeschäden bei einer Nichtsperrung möglich anfallenden Schaden (bspw. Kriminelle räumen Konto leer) mithaftet.
Ersatzkarte: Da man mit der Sperrung alleine nicht zufrieden ist, sondern auch schnell wieder mit neuer Karte auf sein Konto zugreifen möchte, benötigt man eine Ersatzkarte / PIN. Hierfür wird häufig eine kleine Bearbeitungspauschale gefordert, Gewinne erwirtschaften die Banken meiner Meinung nach mit diesem Service nicht. Im Zweifelsfrei bei Kontoeröffnung nachfragen und die AGB genau durchlesen, aber das sollte grundsätzlich bei jedem Vertrag gemacht werden.