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PostbankLaut Stiftung Warentest hat die Postbank ihren ca. 4.000 freien Handelsvertretern bis zum 27. Oktober 2009 kompletten Zugriff auf die Kontodaten ihrer Kunden gewährt. Diese enthielten nicht nur die Kontostände, sondern ebenfalls Zahlungsbewegungen und wurden größtenteils ohne Wissen oder Einwilligung des Kunden weitergegeben. Die Kundenberater der Banken sind auch auf den Verkauf ihrer Finanzprodukte der Postbank und BHW Bausparkasse spezialisiert und sollten durch diese Informationen eine passende Datengrundlage zur Beratung erlangen.
Laut NRW`s Datenschutzbehörde ist dies jedoch verboten, es werden Vorwürfe des Datenmissbrauchs genannt. Aufgrund des öffentlichen Drucks hat die Postbank vorübergehend den freien Finanzberatern den Zugriff auf die Kundendaten gesperrt.
Eine private Anfrage bei der Postbank zu dieser Situation erbrachte folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr [...],

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Die Postbank Finanzberatung ist eine Konzerngesellschaft der Postbank. Die für die Postbank Finanzberatung tätigen mobilen Handelsvertreter treten ausschließlich im Namen und im Auftrag der Postbank als Finanzberater auf. Seien Sie versichert, dass die Weitergabe von Kunden- oder Kontodaten ausschließlich anlassbezogen und unter strengster Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen erfolgt. Fakt ist, der Postbank Konzern legt größten Wert auf den Schutz der Kundendaten und des Bankgeheimnisses.

Im Rahmen einer umfassenden Kundenberatung und Kundenbetreuung ist jedoch eine sorgfältige Vorbereitung anhand von Kundeninformationen auf das Gespräch zwischen Ihnen als unser Kunde und unseren Beratern geboten. Dies wird von unseren Kunden zu Recht auch so erwartet.

Die Finanzberater dürfen deshalb die ihnen im Rahmen der Aufgabenerledigung bekannten Daten ausschließlich anlassbezogen verarbeiten und nutzen. Eine anderweitige Verarbeitung und Nutzung – auch für eigene Zwecke – ist vertraglich ausdrücklich ausgeschlossen. Der Zugriff auf die Kontodaten durch die Finanzberater ist auch technisch durch ein Zugriffs- und Berechtigungskonzept geregelt. Die Berater erhalten nur die Zugriffe, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben auch benötigen, ein genereller Datendownload von Kundendaten ist technisch ausgeschlossen.

Sofern es zu den von “Finanztest” berichteten Verstößen gekommen ist, wird die Postbank entschieden dagegen vorgehen und unmittelbar strafrechtliche Schritte ergreifen. Damit hätten Finanzberater gegen geltendes Recht und auch gegen ihren entsprechenden Vertrag mit der Postbank Finanzberatung verstoßen. Seien Sie bitte versichert, dass wir alle in diesem Zusammenhang nötigen Maßnahmen konsequent einleiten und umsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Postbank E-Mail Team

Empfehlungen von Stiftung Warentest zum weiteren Vorgehen:

  • Fordern Sie die Postbank schriftlich, die Weitergabe Ihrer Daten zu unterbinden.
  • Fordern Sie schriftlich eine Auskunft über gespeicherte und weitergegebene Daten an.
  • Wiederrufen Sie schriftlich möglicherweise erteilte Einwillungen zur Weitergabe von Daten.

Unser Fazit:

Dies ist ein Datenschutzskandal, welche sich keine Bank erlauben sollte. Zur Beratung und auch zum grundsätzlich legitimen Verkauf von Produkten ist zwar eine Einsicht in die Kundendaten erforderlich, diese sollte jedoch von festangestellten Postbank-Mitarbeitern durchgeführt werden. Und zwar erst nachdem der Kunde in verständlicher Weise hierdrauf aufmerksam gemacht wurde.

Quellen:

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3 Erfahrungsberichte zu “Datenschutz: Kritik an Postbank Finanzberatung”

  1. roli65 sagt:

    Vor ca.3 Jahren erschien auf Empfehlung der Postbank ein Finanzberater zum vereinbarten Hausbesuchs-Termin. Das war erstaunlich,denn Hausbesuche waren uns unbekannt,seine Angebote : englische Lebensversicherungen,Schiffsfonds…
    Seine Postbank-Visiten-Karte hatte auf der Rückseite im “kleingedruckten Bielefelder- Adressen-Feld” den Hinweis einer GmbH . Uns kam dies “spanisch” vor,also blieb es beim Besuch! Monate später meldete sich ein Rentner-Ehepaar in der hiesigen Zeitung zu Wort,sie seien angeblich von der Postbank falsch beraten worden,ein Teil des Vermögens sozusagen sei verloren;die Postbank hier vor Ort dementierte diesen Vorgang,das Rentner-Ehepaar konnte nicht wissen,daß es einem gewerblich tätigen Finanzberater (Handelsvertreter) einer PB -Finanz GmbH auf den “Leim” gegangen ist… und siehe da, auf der Suche/Recherche ähnlicher Fälle wird man sogar im Internet auf entsprechende Beschwerde-Seiten(Foren) geführt…

  2. MargretM. sagt:

    Wie das TV Magazin MONITOR im November 2009 recherchierte, arbeitet auch die DEUTSCHE BANK mit ca, 1500 externen Beratern dieses Typs ( freien Handelsvertretern), für die die Daten von zigtausenden Depot- und Giro-Kunden freizügig voll freigeschaltet werden. Diese können so auch vom privaten Büro zuhause permanent auf sensibelste Daten und Kontobewegungen zugreifen. Die Einwilligungserklärung gibt der Kunde quasi unwissend durch eine Persilschein-Formulierung bei der Kontoeröffnung. – Die Deutsche Bank findet das o.k.
    Die Postbank hat sie wie die Commerzbank inzwischen gekauft. (siehe im Netz: “Wie die Deutsche Bank mit Kundendaten umgeht”).
    Es empfiehlt sich heute, schon bei jeder Kontoeröffnung seine Daten für jede Weitergabe zu sperren – schriftlich und per Einschreiben! Und bei Beratungen sehr vorsichtig zu sein mit Informationen.

  3. Felix sagt:

    Solche Methoden erwarte ich höchstens von den übelsten Drückerkolonnen, das auch die Postbank darauf setzt ist schon übel. Auch sollte man doch gerade im Hause Post mittlerweile gelernt haben, was nach einem Datenschutzskandal alles passiert. Scheinbar sind die Kunden der Bank nicht wichtig genug. Letztlich ist eine gute Finanzberatung (https://www.censum.de/infos-finden.html) sicher auf solche Daten angewiesen, aber dann doch bitte nur auf Freigabe der Kunden. Dann kann man das ja gerne machen. Ohne mein Wissen möchte ich aber das meine Daten nur dort liegen wo ich sie hin getan habe.

Ihr Erfahrungsbericht